Gemeinderatswahlen Hochdorf: Warum ohne SVP?

Die SVP ist in Hochdorf die zweitstärkste Partei. Mit einem Wähleranteil von rund 28 % ist sie jedoch nicht im Gemeinderat Hochdorf mit eingebunden. Die SVP Hochdorf will politische Verantwortung übernehmen und sich – und damit die Interessen von 28 % der Hochdorfer Bevölkerung – auch im Gemeinderat einbringen.

Mit dem Rücktritt von Markus Stocker hätte sich die Möglichkeit geboten, die SVP im Gemeinderat einzubinden. Mit dem Vorpreschen der CVP bereits vor Weihnachten und der Nomination von Marco Uhlmann hat die CVP allerdings untermauert, dass sie trotz eines Wähleranteils von lediglich rund 30 % auf 60 % der Gemeinderatssitze Anspruch erhebt. Dieses Vorgehen steht in klarem Widerspruch zum freiwilligen Proporz, der auch in der Kantonsverfassung vorgesehen ist. Mit Marco Uhlmann hat die CVP jedoch eine ausgewiesene Persönlichkeit vorgeschlagen. Das anerkennt auch die SVP. Um das gute Verhältnis zu den anderen Parteien nicht zu gefährden, hat die SVP daher entschieden, bei den anstehenden Gemeinderatswahlen nicht gegen Marco Uhlmann oder bisherige Gemeinderäte anzutreten.

Die SVP erwartet nun von den anderen Parteien, dass bei zukünftigen Vakanzen auf den freiwilligen Proporz Rücksicht genommen wird. Auf kantonaler Ebene war es schliesslich gerade die CVP, welche sich entsprechend einsetzte. Ein solches Verhalten darf und muss auch von der CVP Ortspartei Hochdorf erwartet werden können. Es ist für Hochdorf in Anbetracht der anstehenden Projekte und Herausforderungen, insbesondere bezüglich Zentrum, Verkehr und Finanzen wichtig, dass alle relevanten Parteien und damit alle Interessengruppen im Gemeinderat vertreten sind. Es kann auf Dauer nicht sein – und ist für die Entwicklung und das politische Interesse der Bevölkerung auch nicht gesund – wenn die CVP mit einem Wähleranteil von 30 % drei der fünf Gemeinderatssitze, somit 60 % der Sitze, besetzt und die FDP mit einem Wähleranteil von 20 % die anderen zwei (d.h. 40 % der Gemeinderatssitze) für sich in Anspruch nimmt, während dem die SVP mit 28 % Wähleranteil und auch die linken Parteien gänzlich aus dem Gemeinderat ausgeschlossen sind.